Archive for Februar 2009

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Machen wir uns nichts vor, es ist Wahlkampf.

23. Februar 2009

Frau Schavan, ihres Zeichens Bundesministerin für Bildung und Forschung, hat sich laut FAZ in der Bild (ob das die beste Adresse für Ideen ist, wage ich zu bezweifeln) zum Lehrermangel mit einer neuen Idee zu Wort gemeldet. Sie will die besten Ingenieure des Landes in die Schulen schicken.

So dringlich der Anlass ist, die Ideen sollten nichtsdestoweniger durchdacht sein. Welches Unternehmen wird bereit sein, seine besten Ingenieure in die Schulen -wenn auch nur stundenweise- zu schicken, wenn sie nicht einmal bereit sind, sich an der Förderung ihres Nachwuchses entscheidend zu beteiligen. Zum anderen hat Frau Schavan wahrscheinlich nicht zugehört, als die Wirtschaft in der letzten Zeit beklagte, dass ihr der Nachwuchs, speziell an Ingenieuren, fehle.
Was das Ganze dann rundum absurd macht, ist die Forderung nach einer bundesweiten einheitlichen Bezahlung. Das werden die Länder nicht mit machen und zum anderen müssten an dieser Stelle sicherlich auch die Tarifrechte der Betroffenen beachtet werden.

Machen wir uns nichts vor, es ist Wahlkampf.

Weder Bund noch Länder haben derzeit ein schlüssiges und modernes Konzept für die Schule als Ganzes, angefangen bei der Bildungsforschung sowie der Lehrerausbildung und -qualifizierung, weiter bei den Lehrplänen und Bildungsstandards bis hin zu einer zumutbaren Klassenstärke, geschweige denn, dass fachliches und soziales Lernen unter einen Hut gehören.

Update 09.03.2009

Die Lehrer der Zukunft – 09.03.2009, FAZ
Schulstatistik aufgepeppt – 07.03.2009, TAZ
Ergebnisse der 325. Plenarsitzung der Kultusministerkonferenz am 5. und 6. März 2009 in Stralsund – 06.03.2009, bildungsklick.de
Kultusministerkonferenz: Abwerbung von Lehrern bleibt erlaubt – 06.03.2009, FAZ
Lehrerberuf bald auf der roten Liste – 03.03.2009, bildungsklick.de
Die deutsche Bildungsreform – 01.03.2009, Deutschlandfunk

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The Bright Side of Life

21. Februar 2009

Seilschaften und Bonzenwirtschaft sind per se böse Wörter. Heute nennt sich das ganze Parteienproporz bzw. Soziale Marktwirtschaft und weil es so schön ist, nutzt man (?!) diese natürlich auch.

Zum Beispiel unsere Christlichen Parteien (CDU/CSU), die beherrschen nämlich zur Zeit den Verwaltungsrat des ZDF und unter Führung unseres „brutalstmöglichen“ Aufklärers, Hessens Ministerpräsident Koch,  soll -laut Spiegel– ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brenders Wiederwahl verhindert werden. Neu ist allerdings, dass der Begriff Solidarität in die ZDF-Etagen einzieht.

Oder dieser Mißgriff, eh Mißfelder, der Mann hat doch Mut, er ist bereit, öffentlich auszusprechen, was viele denken, das gehört nun mal zu einer Demokratie. „Die Erhöhung von ‚Hartz IV‘ war ein Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie.“
Allerdings vermisse ich dieses soziale Engagement (klare Worte), wenn es zum Beispiel um Banken oder Konzerne geht.

Da wäre zum Beispiel die Hypo Real Estate, über diese geistert nämlich eine neue Hiobsbotschaft durch den Medienwald. Und die HRE reagiert, wie erwartet, mit Intransparenz. In früheren Zeiten gab es dazu einen Witz, der da lautete: Gestern standen wir am Rande des Abgrunds, heute sind wir schon einen Schritt weiter.

Und weil das Leben ja weiter gehen muss, wenden ich mich dann lieber doch den Monty Pythons zu.

Das ist zynisch (?),
– i wo, Gott bewahre, … apropos Gott, war da nicht der … –
ich nenne das politische Meinungsbildung.

Update 09. März 2009

Angriff auf das ZDF – 09.03.2009, FAZ
Drei Gründe, Roland Koch dankbar zu sein – 08.03.2009, Telepolis
ZDF befürchtet Rücktritt von Intendant Schächter
– 07.03.2009, Spiegel (Vorab)
Verfassungsrechtler Grimm zum Fall Brender – 06.03.2009, FAZ
Eine Trägöidie bahnt sich im ZDF an
– 04.03.2009, Hamburger Abendblatt
Roland Koch im Gespräch – 24.02.2009, FAZ

Mißfelder soll sich entschuldigen – 07.03.2009, Osnabrücker Zeitung
Mißfelder als Wittke-Nachfolger aus dem Rennen – 02.03.2009, welt-online
Statt anzuklagen, sollte Mißfelder Abhilfe schaffen – 25.02.2009, Berliner Morgenpost (Leserkommentare)

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Ein guter Tag

11. Februar 2009

Laut Heise hat der Ö1 in der Österreichischen Mediathek zwei Jahrzehnte von Hörfunkjournalen zu Schwerpunkten aus Politik, Wirtschaft und Kultur der Jahre 1967 bis 1989 online gestellt. Darüber hinaus finden sich dort auch einige Schmankerl wie z. B. eine akustische Webausstellung 1945-1955 oder eine akustische Chronik seit 1900.  Aber immer etwas Geduld mitbringen, die Server scheinen neu zu (sie könnten aber auch überlastet) sein . 😉

Nicht dass ich „hacken“ an sich gut finde, aber laut golem.de traf es diesmal nicht den Falschen, wie auch die vielen Trackbacks zeigen. Wolfgang Schäuble, seines Zeichens Bundesinnenminister, hat es erwischt, respektive natürlich seine Website.
Wie heißt doch gleich der bei mir so unbeliebte Satz -ich hab doch nichts zu verbergen. Also wenn jemand mich fragen würde, ich würde dann auch kein Passwort einsetzen und schon gleich gar nicht gewinner [vgl. heise.de], das zieht nämlich wirklich Spott und Häme nach sich.

Und dann kam heute auch noch der Newsletter von Lehrer-Online, der mich an ein nettes Video erinnert hat, dass sich z. B. im Musik- und/ oder Geschichtsunterricht auch ganz gut machen würde.
Damit wünsche ich dann allseits einen netten Abend.

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Wat soll dat?

11. Februar 2009

Wie ich so nebenbei mitbekommen habe, klagt Hamburg gegen das Portal Schulradar wegen „übler Nachrede“. Wat soll dat, manchen Schulen kann man einfach nicht übel genug nachreden. Und der jetzige Kläger weiß dies, und die Eltern wissen es und die Kolleginnen und Kollegen wissen es; also noch mal die Frage, wat soll dat?!

Einzig logisch wäre für mich, als Behörde auf die Plattform zu zugehen und mit den Leuten, na was wohl – reden Sie mit uns, lautet die Devise. Alle Nase lang fallen Schlagwörter wie Schulentwicklung, Qualifizierung der Arbeit, Evaluation; aber außer heißen Phrasen wie „Bildungsoffensive“ oder konkludentes Verhalten der Verwaltung … oder eben auch Klagen, kommt nichts raus.

In diesem Land wird der Wettbewerb immer nur dann groß geschrieben, wenn er einen nicht selber trifft. Die Schulen und Schulsysteme der Länder müssen unter der Käseglocke hervorgeholt werden, damit auch dort das wirkliche Leben stattfinden kann. Also: „Reden ist Silber, klug Handeln ist Gold.“